Schulter-Totalendoprothese bei Schulterarthrose (Omarthrose)
Symptome
Typische Beschwerden bei einer fortgeschrittenen Schulterarthrose sind:
- Belastungsabhängige Schulterschmerzen, häufig tief im Gelenk lokalisiert
- Schmerzen bei Überkopfbewegungen und Alltagsaktivitäten (z. B. Anziehen, Haare kämmen)
- Zunehmende Bewegungseinschränkung (v. a. Außenrotation und Abduktion)
- Nachtschmerz, insbesondere beim Liegen auf der betroffenen Seite
- Kraftverlust und funktionelle Einschränkung des Arms
- Knirschende oder reibende Geräusche im Gelenk
- Einschränkung der Lebensqualität und Selbstständigkeit
Ursache
Die Schulterarthrose kann verschiedene Ursachen haben:
- Degenerativer Knorpelverschleiß im Alter
- Chronische Rotatorenmanschettenrupturen (Cuff-Arthropathie)
- Posttraumatische Veränderungen (z. B. nach Frakturen oder Luxationen)
- Instabilität der Schulter (z. B. rezidivierende Luxationen)
- Entzündliche Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis)
- Durchblutungsstörungen (Humeruskopfnekrose)
- Genetische und anatomische Faktoren
Untersuchung
Die Diagnostik erfolgt strukturiert:
1. Klinische Untersuchung
- Inspektion (Muskelatrophie, Fehlstellung)
- Beweglichkeitsprüfung (aktiv und passiv)
- Krafttestung der Rotatorenmanschette
- Spezifische Funktionstests
2. Bildgebung
- Röntgen der Schulter in mehreren Ebenen (Goldstandard)
- MRT (Beurteilung der Rotatorenmanschette und Weichteile)
- CT (präoperative Planung, insbesondere bei Glenoiddefekten)
3. Funktionsanalyse
- Bewegungsumfang im Alltag
- Überkopfaktivität
- Einschränkungen bei alltäglichen Bewegungen
Behandlung
Behandlung mittels Endoprothesen-Implantation (minimal-invasiv)
Bei fortgeschrittener Arthrose und relevanter Funktionseinschränkung ist die Schulterendoprothese eine effektive Therapieoption.
Prinzip:
- Ersatz des geschädigten Gelenks durch künstliche Komponenten
- Wiederherstellung von Gelenkmechanik und Funktion
Minimal-invasiver Ansatz:
- Muskelschonender Zugang (z. B. deltopektoraler Zugang)
- Erhalt möglichst vieler Weichteilstrukturen
- Präzise Implantation mit modernen Instrumenten
Implantattypen:
- Anatomische Schulterprothese (bei intakter Rotatorenmanschette)
- Inverse Schulterprothese (bei insuffizienter Rotatorenmanschette)
Vorteile:
- Deutliche Schmerzreduktion
- Verbesserung der Beweglichkeit
- Wiederherstellung funktioneller Armnutzung
Nachbehandlung
Die postoperative Phase beginnt unmittelbar:
- Ruhigstellung im Schulterverband (je nach Prothesentyp und Zugang)
- Frühfunktionelle Physiotherapie (passiv/assistiv)
- Schmerztherapie (multimodal)
- Stufenweiser Belastungsaufbau
- Wundkontrollen und Verlaufskontrollen
Die Nachbehandlung ist stärker strukturiert und vorsichtiger als bei Hüfte oder Knie.
Genesung
Die Rehabilitation erfolgt phasenweise:
Frühphase (0–3 Wochen):
- Schutz der operierten Strukturen
- Passive Bewegungsübungen
- Schmerzreduktion
Aufbauphase (3–8 Wochen):
- Assistive und aktive Bewegungsübungen
- Beginn leichter Kräftigung
Spätphase (ab 8 Wochen):
- Funktionelle Kräftigung
- Verbesserung von Koordination und Beweglichkeit
- Rückkehr zu Alltagsaktivitäten
Gesamtdauer:
- Funktionelle Verbesserung über 3–6 Monate
- Endergebnis oft erst nach 6–12 Monaten erreicht
Behandlungsziel
Ziel der Schulterendoprothetik ist:
- Schmerzfreiheit oder deutliche Schmerzreduktion
- Verbesserung der Beweglichkeit, insbesondere im Alltag
- Wiederherstellung der Armfunktion
- Steigerung der Selbstständigkeit
- Verbesserung der Lebensqualität
Im Fokus steht die Wiedererlangung einer schmerzarmen, funktionellen Nutzung des Arms im Alltag, insbesondere bei Überkopf- und Greifbewegungen.