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Schmerzen am Knie

TRAUMATISCHER KOMPLETTABRISS DER QUADRIZEPSSEHNE

Untersuchung

Beim kompletten Quadrizepssehnenabriss kommt es praktisch immer zu einem traumatischen Ausriss des oberflächlichen und des tiefen Blattes der Quadrizepssehne vom oberen Patellapol, zumindest die oberflächliche Schicht der Quadrizepssehne reißt manchmal handschuhförmig weiter distal vom Periost der Patella aus. In seltenen Fällen gibt es z-förmige Teilrupturen der beiden Schichten, die sowohl im MR als auch klinisch und intraoperativ nicht übersehen werden sollten. Das klinische Symptom, speziell in der Akutphase ist immer eine Dellenbildung oberhalb des oberen Patellapoles, meist kann man den retrahierten Sehnenstumpf sogar gut tasten. Ein weiteres Kardinalsymptom ist die völlige Insuffizienz der Kniestreckung. Das Bein kann nicht in gestreckter Stellung von der Unterlage gehoben werden, ohne dass das Knie spontan abkippt.

Behandlung

Ziel der operativen Behandlung ist eine exakte Wiederherstellung des gesamten Streckapparates, fast immer ist zusätzlich zur Quadrizepssehne an der Medialseite die Sehne des Vastus medialis und an der Lateralseite die Sehne des Vastus lateralis schräg verlaufend abgerissen und die Ruptur reicht bis in den muskulären Anteil. Die Rekonstruktion wird arthroskopisch, kombiniert mit einem kurzen Längszugang im Bereich des oberen Patellapoles durchgeführt. Dabei werden der retrahierte Sehnenstumpf und seine Anhänge gefasst und mit transossären Nähten am oberen Patellapol fixiert. Dazu wird eine Augmentierung, das heißt Verstärkung, mit einem Mersilenband der Stärke 5,0 durchgeführt, dieses wird durch Knochenkanäle lateralseitig des distalen Patellapoles aus dem Knochen herausgeführt und mit einem Endobutton über die anterolaterale Inzision fixiert.

Die Ergebnisse sind üblicherweise ausgezeichnet, das Behandlungsziel ist eine volle Wiederherstellung der Beweglichkeit und auch der Kraft sowie Sportfähigkeit. Dies kann in praktisch allen Fällen bei korrekt durchgeführter Operation und Nachbehandlung erreicht werden.

Seit der Sicherung der Augmentation mit dem Endobutton haben wir kein Implantatversagen mehr gesehen. Vorher, bei den reinen transossären Verankerungen der Augmentation, mussten wir leider in 1-2 Fällen einen Teilausriss der Sehne bzw. einen teilweisen Abrissbruch vom oberen Patellapol bei der funktionellen Behandlung und frühzeitigen Traumen (z.B. ausrutschen in der Dusche) beobachten. Dieses seltene aber doch vorhandene Phänomen konnte durch die Veränderung der Technik unter Verwendung des Endobuttons als Sicherung an der lateralen Patellakante behoben werden.

Dieses Behandlungskonzept erspart die früher klassische postoperative Ruhigstellung des Kniegelenkes in strecknaher Stellung für 6 Wochen, welche ein Verkleben des Recessus superior - das heißt der intraartikulären Gleitschicht oberhalb des Kniegelenkes - mit dementsprechender Beugeeinschränkung häufig mit sich brachte.

Rehabilitation

Diese Montage ist übungsstabil, das heißt es braucht lediglich zur Wundheilung einige Tage Ruhigstellung, da natürlich auch die ganzen angrenzenden Anteile wie Vastus medialis und Vastus lateralis mit resorbierbaren Fäden genäht werden. Initial verordnen wir üblicherweise ein Bewegungslimit von 0/90°, das Bein kann sofort mit 15 kg teilbelastet werden. Nach 3-4 Wochen gewähren wir je nach intraoperativem Situs üblicherweise eine Steigerung der Belastung auf 30 kg. Freigabe der Beugung erfolgt nach 6 bis spätestens 8 Wochen, je nach MR-Befund. Die Heilung erfolgt deutlich schneller als bei der Rekonstruktion der Patellasehne. Allerdings muss auch hier mit einer Dauer von mindestens 6 Monaten für die Reintegration in den Sport gerechnet werden.

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