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Schmerzen am Knie

Jumper´s knee

Verletzung oder Erkrankung?

Es handelt sich um eine, speziell bei Sportlern durch Mikrorisse verursachte, Sehnenentzündung an der Kniescheibenspitze und wird auch als "Jumper's Knee" bezeichnet.

Bei dieser Verletzung befindet sich am oberen Ende des Ligamentum patellae, nahe der Kniescheibenspitze, eine schmale Zone von geschädigten Sehnenfasern, die meistens im zentralen Drittel des Ansatzes des Ligamentum patellae liegen.

Einzelne abgestorbene oder gerissene Sehnenfasern sind oft umgeben von einem schmalen Saum von entzündlich verändertem Gewebe, welches nicht im Stande ist, diese Verletzung von selber auszuheilen. Meist wird je nach Dauer dieser Schädigung eine Schwäche des Quadrizepsmuskels, speziell seines inneren Anteiles (Vastus medialis), beobachtet.

Ursachen

Die häufigste Ursache sind immer wieder auftretende kleinste Sehnenrisse und die chronische Überforderung der Sehne im Rahmen von Sportarten mit vielen Sprüngen, exzessivem Strecken des Kniegelenkes bei Schussbewegungen (Fußball) sowie ausgedehntes Joggen.

Symptome

Die typischen Symptome sind Schmerzen an der unteren Kniescheibenspitze, welche sich bei sportlicher Betätigung verstärken.

In schwereren Fällen können eine lokale Schwellung sowie eine Empfindlichkeit in diesem Bereich auftreten.

Oft kann auch eine Schwäche des Quadrizepsmuskels beobachtet werden.

Untersuchungen

Neben Standardröntgenaufnahmen zum Ausschluss einer lokalen Verkalkung im Sehnenansatz kann mit Hilfe einer Kernspintomographie (MRT) das zentrale Absterben von Sehnenfasern festgestellt werden.

Behandlung

In den meisten Fällen, wenn es nicht zu einem deutlichen Substanzdefekt durch die Minirupturen oder ein einmaliges Ereignis gekommen ist, empfiehlt sich eine primär konservative Behandlung mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten sowie Cryotherapie (Eisbeutel).

Eine kurzfristige Ruhigstellung (über 1-2 Wochen) und anschließend limitierte langsam steigernde Bewegungstherapie kann kleine Einrisse und deren Folgen in vielen Fällen sehr gut von selber ausheilen lassen.

Zu bemerken ist, dass auch heute noch vielerorts das zentrale Drittel des Ligamentum patellae für die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes nach der BTB-Technik gewählt wird (früher war dieses Transplantat der sogenannte Gold-Standard in der Chirurgie des vorderen Kreuzbandersatzes). Auch in solchen Fällen regeneriert die Sehne erfahrungsgemäß mit der Zeit sehr gut, ich persönlich habe noch nie einen kompletten sekundären Abriss der Patellasehne nach Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes unter Verwendung des zentralen Ligamentum patellae Drittels gesehen. Die Rehabilitation nach dieser Sehnenentnahme benötigt jedoch relativ lange (bis zu 24 Monaten), sodass bei uns dieses Transplantat nicht mehr gewählt wird.

Das gleiche bei den Mikrorissen, dort ist also aufgrund der guten Regenerationsfähigkeit der Sehne die primär konservative Behandlung sicherlich indiziert.

Die früher so häufig verwendeten Corticoid-Injektionen sind unserer Meinung nach heutzutage obsolet, wobei der behandelnde Arzt und der Sportler den Verlockungen einer nach spätestens zwei Tagen eintretenden Schmerzfreiheit erlegen sind. Durch die Suppression der Entzündung und somit der Heilungsprozesse, ist es leider immer wieder zu kompletten Rupturen der Patellasehne gekommen. Daher wird diese Behandlungsmethode bei uns schon seit 20 Jahren nicht mehr verwendet.

In letzter Zeit führen wir in solchen speziellen Fällen neben der initial limitierten Physiotherapie in der Regenerationsphase die einmalige Applikation einer Stoßwellentherapie mit ausgezeichneten Erfolgen durch. Es genügt meist eine ein- bis zweimalige Applikation von 2.000 Schlägen.

Zum Wirkungsmechanismus der Stoßwellentherapie

Ebenso ist die Behandlung des traumatischen Apophysenausrisses an der Patellaspitze (Fract. apicis. patellae) eine Domäne der konservativen Behandlung, wobei dort die Stoßwelle sicher erst zwischen 6-8 Wochen bei verzögertem Erreichen einer Beschwerdefreiheit nach Gipsruhigstellung für 14 Tage und dann limitierter Bewegung eingesetzt wird.

Es gibt auch hartnäckige Fälle bei denen sowohl der klinische Befund als auch die MR-tomographische Behandlung keine Zeichen einer ausreichenden Regeneration zeigen, sodass eine Operation notwendig ist. Diesen Eingriff führen wir grundsätzlich nur mehr arthroskopisch durch. Das klassische offene Sehnensplitting, welches vor 25 Jahren gemacht wurde, hat den Nachteil, dass man von vorne durch die noch intakten Sehnenanteile durchgehen muss um in das nicht heilende Areal zu gelangen und somit die Kniescheibensehne noch mehr schädigt als einem lieb ist. Auch das Anbohren der Kniescheibenspitze zur besseren Regeneration (microfracturing) hat auf diesem Gebiet vor allem im Hochleistungssport nicht selten versagt. Deswegen haben wir uns schon frühzeitig zur endoskopischen Resektion der verletzten Sehnenfasern entschlossen und führen diese arthroskopisch praktisch von hinten mit einem Debridement, das heißt Entfernung der geschädigten Sehnenanteile, sowie einem sogenannten Avivement kombiniert durch. Sowohl die klinischen als auch MR-tomographischen Verläufe sind sehr vielversprechend, aber man muss auf jeden Fall mit einer zumindest 3-, besser 6-monatigen Karenz bis zum Ausheilen der Verletzung rechnen und somit auch das Trainings- bzw. Wettkampfprogramm dementsprechend adaptieren.

Die operative Entfernung der distalen Dissekate (Morbus osgood schlatter) im Erwachsenenalter sind hier wesentlich günstiger, dort ist die Ausheilung dramatisch schneller.

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