Schmerzen an der Huefte

Hüft-Totalendoprothese bei Hüftgelenkarthrose (Coxarthrose)

Symptome

Typische Beschwerden bei einer fortgeschrittenen Hüftarthrose sind:

  • Belastungsabhängige Schmerzen in der Leiste, häufig mit Ausstrahlung in Oberschenkel oder Knie
  • Anlaufschmerz nach Ruhephasen
  • Zunehmende Bewegungseinschränkung (v. a. Innenrotation und Beugung)
  • Schmerzen beim Anziehen von Schuhen oder Socken
  • Einschränkung der Gehstrecke
  • Hinken (Schonhinken)
  • Nachtschmerz im fortgeschrittenen Stadium
  • Verlust an Lebensqualität und Alltagsfunktion

Ursache

Die Hüftarthrose ist ebenfalls multifaktoriell bedingt:

  • Altersbedingter Knorpelverschleiß
  • Hüftdysplasie oder Impingement (FAI)
  • Fehlstellungen oder biomechanische Überlastung
  • Vorangegangene Verletzungen oder Operationen
  • Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes (z. B. Hüftkopfnekrose)
  • Entzündliche Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis)
  • Genetische Faktoren

Untersuchung

Die Diagnostik erfolgt strukturiert:

1. Klinische Untersuchung

  •  Beweglichkeitsprüfung (Innenrotation oft früh eingeschränkt)
  • Schmerzprovokationstests (z. B. Impingement-Test)
  • Gangbildanalyse (Schonhinken, Trendelenburg-Zeichen)

2. Bildgebung

  • Röntgen des Beckens und der Hüfte in zwei Ebenen (Goldstandard)
  • ggf. MRT (Früharthrose, Weichteile, Nekrose)
  • CT bei komplexer Anatomie oder präoperativer Planung

3. Funktionsanalyse

  • Gehstrecke
  • Alltagsrelevante Bewegungen (z. B. Treppensteigen, Ankleiden)

Behandlung

Behandlung mittels Endoprothesen-Implantation (minimal-invasiv)

Bei fortgeschrittener Arthrose und Versagen konservativer Therapie ist die Hüftendoprothese eine etablierte und sehr erfolgreiche Behandlung.

Prinzip:

  • Ersatz von Hüftkopf und Gelenkpfanne durch künstliche Komponenten
  • Anatomische Wiederherstellung von Beinlänge, Offset und Gelenkfunktion

Minimal-invasiver Ansatz:

  • Muskelschonende Zugangswege (z. B. anterolateral oder direkt anterior)
  • Vermeidung von Muskelablösungen
  • Präzise Implantation mit modernen Instrumenten

Implantatkomponenten:

  • Hüftschaft im Oberschenkelknochen
  • Hüftkopf (Keramik oder Metall)
  • Pfannenkomponente im Becken

Vorteile:

  • Geringeres Weichteiltrauma
  • Weniger postoperative Schmerzen
  • Schnellere Mobilisation
  • Reduziertes Luxationsrisiko (zugangsabhängig)

Nachbehandlung

Die postoperative Betreuung beginnt unmittelbar:

  • Mobilisation am Operationstag oder am Folgetag
  • Unmittelbare Vollbelastung nach der Operation
  • Schmerztherapie (multimodal)
  • Physiotherapie zur Wiederherstellung von Beweglichkeit und Gangbild
  • Thromboseprophylaxe
  • Anleitung zu hüftgelenkschonendem Verhalten (je nach Zugang)

Genesung

Die Rehabilitation erfolgt phasenweise:

Frühphase (0–2 Wochen):

  • Wiederherstellung eines sicheren Gangbildes
  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Alltagstraining

Aufbauphase (2–6 Wochen):

  • Kräftigung der hüftstabilisierenden Muskulatur
  • Verbesserung von Koordination und Gleichgewicht

Spätphase (ab 6 Wochen):

  • Steigerung der Belastbarkeit
  • Rückkehr zu Alltag und sportlicher Aktivität

Gesamtdauer:

  • Funktionelle Erholung meist innerhalb von 4–8 Wochen 
  • Vollständige Rehabilitation bis zu 3–6 Monate

Behandlungsziel

Ziel der Hüftendoprothetik ist

  • Schmerzfreiheit oder deutliche Schmerzreduktion
  • Wiederherstellung einer physiologischen Gelenkfunktion
  • Verbesserung von Mobilität und Gehfähigkeit
  • Wiedererlangen von Selbstständigkeit im Alltag
  • Rückkehr zu einem aktiven, bewegten Lebensstil

Langfristig steht die dauerhafte Wiederherstellung von Lebensqualität und Bewegungsfreiheit im Mittelpunkt.

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