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Chondropathie Patellae

Verletzung oder Erkrankung

Es handelt sich um ein Schmerzsyndrom (Chondropathia patellae) bzw.eine Knorpelschädigung (Chondromalacia patellae) an der Kniescheibe.

DieseErkrankung entsteht häufig durch eine schlechte muskuläre Balance,meistens verursacht durch ein einseitiges Muskeltraining.

Durch einseitigen Muskelzug kann es zu punktuellen Überlastungen des Kniescheibenknorpels kommen.

Daraus resultieren entsprechende Schmerzen und der betroffene Knorpelbezirk kann durch die Überlastung aufgeweicht werden.

Gewisse angeborene Formveränderungen der Kniescheibe (Patelladysplasie) können das Entstehen dieser Erkrankung begünstigen.

Gelegentlichbesteht eine exzessive Druckerhöhung an der Außenseite der Kniescheibe,welche nach einer gewissen Zeit zu einer frühzeitigen Schädigung desKnorpels mit Rissbildung und Aufrauung der Knorpeloberfläche an derKniescheibe führt.

Die Erkrankung verschlechtert sich im weiteren Verlauf und tritt häufig beidseitig auf.

Ursache

Die Hauptursache ist eine verstärkte Druckbelastung der Kniescheibe undungewohnt häufiges Beugen des Kniegelenkes wie beim Abwärtsgehen undbeim Stiegensteigen.

Außerdem kann ein einseitiges Auftrainieren des äußeren Anteils des Quadrizepsmuskels zu Kniescheibenschmerzen führen.

Inschwereren Fällen verursachen eine muskuläre Imbalance oder ein zustraffes Außenband (Retinaculum) eine erhöhte Druckbelastung an derAußenseite der Kniescheibe.

Angeborene Formveränderungen derKniescheibe (Patelladysplasie) sowie des Oberschenkelgleitlagers könnendas Entstehen eines lateralen Hyperpressionssyndroms begünstigen.

NachAnpralltraumen kann es zu Knorpelschäden an der Kniescheibe kommen, diemehrere Monate nach dem Unfall noch Beschwerden verursachen können.

Symptome

Die typischen Symptome sind Schmerzen im vorderen Anteil desKniegelenks. Die Schmerzen können häufig in beiden Knien auftreten, wobei eines der beiden Kniegelenke meist stärker betroffen ist.

Oft wird auchein Reiben unter der Kniescheibe bei Bewegung sowie starke Schmerzenbeim Beugen des Kniegelenks, beim Abwärtsgehen und beim Stiegensteigenbeobachtet.

Längeres Verhalten in der selben Position wie z.B. bei ruhigem Sitzen kann Schmerzen verursachen.

In schweren Fällen können eine Schwellung und eine Bewegungseinschränkung auftreten.

Aucheine leichte Schwellung, Hitzegefühl und eine Druckempfindlichkeit ander Außenseite der Kniescheibe werden häufig beobachtet.

Untersuchungen

Mit Standardröntgenaufnahmen kann die Form der Kniescheibe sowie die Zentrierung der Kniescheibe beurteilt werden.

Knorpelschäden können mit einer Kernspintomographie (MRT) festgestellt werden.

Behandlung

In leichten Fällen kann eine konservative Behandlung mit physiotherapeutischen Übungen und Elektrotherapie ausreichend sein.

Entzündungshemmende Medikamente sowie das Tragen von entsprechenden Kniegelenksbandagen können dabei helfen.

Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion zu empfehlen.
Ausgedehnte Spaziergänge auf ebenem Gelände sowie Radfahren fördern die Heilung.

Eine operative Behandlung ist in schwereren Fällen und bei hartnäckigen Beschwerden erforderlich.

Dieoperative Behandlung dieser Erkrankung sollte möglichst frühzeitigerfolgen, auf alle Fälle bevor ernste und irreversibleKnorpelschädigungen vorliegen.

Besonders gefährdet sinduntrainierte Gelegenheitssportler, die nur sporadisch und dann sehrintensiv Sport betreiben und damit das Kniegelenk exzessiv belasten.

Das Auftreten von Ergüssen deutet auf eine schwerere Knorpelschädigung hin.

Die operative Behandlung dieser Erkrankung ist eine arthroskopische Glättung des aufgerauten Knorpels.
Dies kann mit mechanischen oder elektrischen Instrumenten aber auch mit Laser erfolgen.

Zusätzlich kann das meist zu straffe Außenband (Retinaculum) der Kniescheibe gelockert werden (Lateral Release).

Beistark erhöhter Achsenabweichung zwischen Oberschenkelmuskel undKniescheibensehne kann eine Versetzung der Schienbeinrauhigkeit (OPnach Trillat) erforderlich werden.

Nachbehandlung

Bei konservativer Behandlung sollten Sie alle Sportarten vermeiden, die Knieschmerzen verursachen.

EntzündungshemmendeMedikamente können für einen gewissen Zeitraum eingenommen werden, auchdas Tragen von entsprechenden Kniegelenksbandagen kann helfen.

Die Kräftigungsübungen der Quadrizepsmuskulatur sowie die Elektrotherapie können die Beschwerden initial verstärken.

Lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen und führen Sie das Übungsprogramm konsequent weiter.

SeienSie nicht beunruhigt. Leichte Formen dieser Erkrankung sind relativhäufig und haben im Allgemeinen einen günstigen Verlauf.

Cortisoninjektionenin das Kniegelenk sollten vermieden werden, da sie den weiteren Verlaufverschleiern und zu schweren Knorpelschäden führen können.

Beider operativen Behandlung sollte das Bein nach der Operation häufighochgelagert werden und Ihre Aktivität in der postoperativen Phaselangsam gesteigert werden.

In den ersten Wochen nach der Operation sollten Sie nur spazieren gehen, schwimmen und vorsichtig Rad fahren.

Vermeiden Sie während dieser Zeit Aktivitäten, die ein tiefes Kniebeugen erfordern.

Genesung

Die Wiederherstellung kann in Abhängigkeit der Schwere der Erkrankungbzw. in Abhängigkeit der Knorpelschädigung bis zu 6 Monate dauern.

Siekönnen jedoch selbst den Heilungsverlauf mittels konsequenter Durchführung derphysiotherapeutischen Übungen günstig beeinflussen.

Mit kniebelastenden Sportarten sollten Sie 4-6 Monate warten.

Behandlungsziel

Ziel der konservativen Behandlung ist eine möglichst gute Zentrierungder Kniescheibe, wodurch die Belastung auf den Knorpel gleichmäßigverteilt wird.

Wenn bereits eine Knorpelschädigung eingetretenist, versucht man operativ eine möglichst gute Ausglättung deraufgerauhten Knorpelflächen sowie die Entfernung instabilerKnorpelareale zu erreichen.

Durch die so erzielteBesserung der Gleitfähigkeit kann eine Reduktion der Beschwerden,der Ergussbildung und eine Verzögerung der weiteren Abnützungerreicht werden.

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